Auftakt zur Fastenzeit

Mit dem von ihnen gestalteten Aschegottesdienst eröffneten Schulseelsorgerin Andrea Wahl und die evangelische Diakonin Tina Klaiber den ersten Schultag nach den Fasnachtsferien.
Zunächst legte Erstere dar, wie die verbrannten Palmzweige vom letzten Osterfest sinnbildlich dafür stünden, dass etwas zerbrochen sei, beispielsweise in einem selbst oder – vielleicht absichtsvoll – bei jemand anderem. Mit der nun anbrechenden Fastenzeit gebe es aber die Chance auf einen Neuanfang, eine Zeit ohne Schuldzuweisung z.B. – und dafür stehe das Aschekreuz als Symbol. Die Schulseelsorgerin machte ihre Message noch deutlicher: Mit gezielten Hammerschlägen durften einige Schülerinnen Tongefäße zerstören. Jeder Hammerschlag stand dabei für eine andere Art von Verletzung oder Schaden, etwa die passive Unterstützung bei Mobbing. Danach fragte sie: „Kann man daraus noch etwas machen?", und gab selbst die Antwort: „Es ist vielleicht nicht mehr so wie zuvor, aber ja!"
Unter Begleitung des Songs „Fragile" von Sting, gespielt von Andrea Wahl am E-Piano und Dr. Jürgen Huber an der Gitarre, lasen anschließend Paulina Hollacher (Klasse 11) sowie Elisabeth Bias (Klasse 10b) in stimmungsvoller Atmosphäre allgemeine Bekenntnisse der Passivität, der Intoleranz und des Egoismus vor. Das Zerbrechen wie Scherben in Analogie an die zerstörten Tongefäße wurde dadurch nochmals sehr deutlich.
Und im gleichen Atemzug richtete Tina Klaiber dann in eigenen Worten den Fokus auf Scherben als Neuanfang, beispielsweise in Form eines Mosaiks. Sie referierte auf eine Stelle aus dem ersten Kapitel des Markus-Evangeliums, in welcher Jesus davon spricht, dass die Zeit erfüllt, das Reich Gottes nahe sei. Die Diakonin deutete: Es gehe um das Jetzt, den Moment. Man solle neu losgehen, Vertrauen in Gott haben und seine Scherben nicht verstecken. Mit Jesu' Hilfe könne daraus etwas Neues entstehen. Dieser Teil des Gottesdienstes wurde von dem Lied „Herr, gib uns Mut zum Hören" in passender Weise flankiert.
Abschließend erhielt die Schüler- und Lehrerschaft das Aschekreuz. Dabei spielte Hausmeister Alexander Schlegel mehrere Lieder auf der Orgel, die einen stimmungsvollen Rahmen bildeten, auch weil die Gemeinschaft dabei kleine, bunten Scherben, welche zuvor verteilt worden waren, symbolisch für ein bewussteres Verhalten „mitbrachte". Mit einem abschließenden Gebet, dem Vaterunser und der Erteilung des Gottessegen endete der Gottesdienst und leitete zum Unterrichtsalltag über.
Großer Dank gebührt Andrea Wahl und Tina Klaiber für die Gestaltung, Alexander Schlegel für die Begleitung und Mesmerin Susanne Kuhn sowie den Hausmeistern für die Umrahmung des Gottesdienstes.
Text: André Kiefer
Fotos: André Kiefer und Joachim Ott
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