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15.09.2021

Einfach umwerfend!

Gottesdienst und Zeugnisübergabe Abitur 2021

Endlich ist es geschafft! Nach Monaten der Vorbereitung, der Prüfungen, des Bangens, der Freude und Enttäuschung – und zuletzt noch der mündlichen Prüfungen – haben die 50 Schülerinnen des Abiturjahrgangs 2021 an der Heimschule Kloster Wald ihren Abschluss in der Tasche. Am Freitag, den 23. Juli, dem letzten Schultag in Wald, hielten sie ihre Zeugnisse in den Händen.

Und wie sie es geschafft haben! Auf den sensationellen Durchschnitt von 1,96 können die frisch entlassenen Abiturientinnen mächtig stolz sein – ein solches Ergebnis ist außergewöhnlich in einer Zeit, die von Coronabeschränkungen und Lockdowns geprägt war.

Umwerfen ließ sich auch Pfarrer Gerhard Müller. In gewohnt eloquenter Art und Weise („Abimotto trifft Bibeltext“) nahm der evangelische Theologe das Motto des Abiturjahrgangs in seinen Gottesdienst vor der Zeugnisübergabe auf. „Waldmeister Abi ‘21“ nennen sich die jungen Damen jetzt, in Anspielung an den hochprozentigen Kräuterschnaps.

Und genau wie dieser kann einen das Leben ab und an mächtig umhauen. Wenn man zum ersten Mal nach Wald kommt und das beeindruckende Klostergebäude besichtigt, wenn die Noten im Abitur besser ausfallen als befürchtet oder man wegen der frischen Liebe alles rosa sieht.

Das Leben aber kann einen auch im negativen Sinne umhauen: Wenn Wald seinem dörflichen Charme irgendwie einengt, die Ergebnisse im Abi schlechter ausfallen als erhofft, die erste Liebe dann doch nicht ewig hält.

So wie wir in unserem täglichen Tun ab und an umgehauen werden, erging es auch dem Römer Saulus. Dieser war ausgezogen, um die Anhänger einer neuen Religion, des Christentums, zu verfolgen. Als ihm der Heilige Geist begegnete, wechselte er jedoch die Seiten und wurde als Paulus einer der ersten Apostel. Ein Erlebnis, das einem Menschen eine Richtung gibt, sei auch die Schulzeit.

An einer entscheidenden Stelle hätten die Abiturientinnen das Logo des Kräuterschnapses in ihrem Sinne umgedeutet. Denn da, wo im Original ein einfaches Kreuz zwischen dem Geweih an die Hubertuslegende erinnert, findet sich nun das Walder Kreuz. „Minimalistisch, aber sehr geschickt“ hätten es die Abiturientinnen geschafft, ihrem Schulort eine zentrale Bedeutung zuzumessen. Hier hätten sie Freundschaften geschlossen, Interessen und Haltungen entwickelt, Themen studiert und die Welt ein bisschen besser verstanden. Wald habe – in welchem Sinne auch immer – das Leben dieser jungen Frauen entscheidend beeinflusst.

Nach kurzen Ansprachen von Hartwig Hils für die Schulleitung sowie Paulina Weinert und Chloë von Samson-Himmelstjerna für die Abiturientinnen zogen die ehemaligen Schülerinnen – nun geschmückt mit dem Walder Abzeichen – in die Turnhalle, in der die Eltern per Live-Stream den Abigottesdienst verfolgt hatten.

Hier nun bekamen die Abiturientinnen endlich ihre Zeugnisse und Preise überreicht. Der Notendurchschnitt des Jahrgangs war außergewöhnlich. Zwei Schülerinnen, Maren Hahnemann aus Salem und Julika Jürß aus Überlingen, erreichten das Traumergebnis von 1,0. Die Abiturientinnen erhielten zahlreiche Buch- und Fachpreise, Stipendien und Würdigungen für besonderes Engagement. Den Sozialpreis der Schule erhielt Schülersprecherin Paulina Weinert aus Sigmaringen.

Schulleiter Hartwig Hils unterstrich in seiner Rede die Leistungen des Jahrgangs, der unter widrigsten Umständen seine Abschlussprüfungen ablegte. „Aufregende Wochen liegen hinter euch“ und fasste so die Zeit der Abiturprüfungen zusammen. „Mit dem Abitur habt ihr einen ganz wichtigen Meilenstein in eurem Leben erreicht.“ Internatsleiterin Rita Schmid betonte die offene Tür, welche die ehemaligen Schülerinnen immer in Wald vorfinden würden. Werkstattleiterin Diana Kempf hob hervor, wie ruhig das Haus wegen Corona dieses Jahr nach dem Abitur blieb, wenn sonst der Abschluss gefeiert und der Abistreich die alten Mauern belebt.

So bleibt die Feier zur Entlassung der Abiturientinnen für zahlreiche Schülerinnen ein entscheidendes Etappenziel. Ganz aber Schluss mit Wald ist noch nicht. Die meisten der Abiturientinnen kommen nach den Sommerferien wieder und beginnen die intensive Phase der theoretischen und praktischen Vorbereitung auf die Gesellenprüfung – das große Finale der Ausbildung in Wald.

Hier wird noch einmal gearbeitet werden, gebangt, geschwitzt. Aber auch diese Ergebnisse werden sicher wieder eines sein: umwerfend.

Musikalisch begleitet wurden die Feierlichkeiten von Musiklehrer Martin Herr, der Schulband und einem Beitrag des Leistungskurses Musik. Natalie Rau, Carola Kaut und Kim Skonieczny zeigten ihr Können und spielten Duette.

Christian Mehrmann (Text) und Joachim Ott (Fotos)

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