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31.10.2021

Urwälderinnenvortrag

Gespräch mit der ehemaligen Internatsschülerin Johanna Stauffenberg

Es ist Freitag Abend und die Internatsschülerinnen ab der 8. Jahrgangsstufe haben sich im Konventsaal versammelt, um bei dem Urwälderinnen-Vortrag mehr darüber zu erfahren, wie es nach ihrer Internatszeit in Wald für Johanna weiter gegangen ist. Sie begrüßt alle mit den Worten:  „Wenn ich in eure Augen schaue, erkenne ich mich selbst wieder, als ich vor wenigen Jahren hier saß.“

Johannas Leben in Wald begann in der 8. Klasse, als sie mit acht weiteren Schülerinnen ins Internat einzog. Diese Zeit ist ihr vor allem als wunderschön, aufregend und unvergesslich in Erinnerung geblieben, welche von Gemeinschaft, Achtsamkeit und Ehrlichkeit geprägt wurde. Dadurch wurde Wald für sie zu einem zweiten Zuhause.

Neben zahlreichen AGs und Freizeitaktivitäten kam die Schule natürlich nicht zu kurz. Auch aus der Zeit im Außenhaus, in dem Johanna nach dem Abitur noch weitere Monate wohnte, um die Schneiderlehre abzuschließen hat sie viele schöne Erinnerungen. Im April 2017 war es Zeit, sich  zu verabschieden, „wir gingen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“.

Für ihr Kommunikationswissenschaftsstudium in Passau zog Johanna in eine WG mit vier weiteren Jungs, die sie liebevoll als „ihre Jungs“ bezeichnete. Schnell entwickelte sich ihr Studium als unpassend für sie und konfrontierte sie mit der Frage, ob ein Studium für sie überhaupt das Richtige sei. Auf der Suche nach ihrer Leidenschaft gründete sie kurzer Hand den „Passauer-Vortragsverein“, welcher sich als ein voller Erfolg erwies. Damit hatte sie etwas geschaffen, worin sie aufblüht: „Organisieren lag mir schon immer, ob im Internat, Sportevents, Spielkeller AG oder jetzt das Gründen eines Vereins“. Die Corona Pandemie, die ihr am Anfang einen Strich durch die Rechnung machte und ihr die Chancen und Möglichkeiten nahm, Auslandserfahrungen zu sammeln, stellte sich als positiv heraus. Durch die vielen verbrachten Stunden E-learning vor dem Computer realisierte sie, dass ein Büro-Job definitiv nicht das Richtige für sie sei. Wie an einem Neuanfang war Johanna erneut verunsichert.

Der Gedanke einer handwerklichen Ausbildung wurde vertieft und der insgeheime Wunsch wurde realisiert: die Goldschmiede-Lehre. Eine anstrengende und herausfordernde Aufnahmeprüfung hat Johanna Stauffenberg absolviert und nach längerem Bangen war es soweit: sie wurde in der renommierten Staatlichen Zeichenakademie in Hanau angenommen. Mit zwei Freundinnen zog sie nach Frankfurt in eine Wohnung und befindet sich seit September diesen Jahres dort in der Ausbildung zur Goldschmiedin. Glücklich berichtet sie über ihren täglichen Arbeitsprozess.

Als „Kitze“, wie Johanna mit Spitznamen seit Kindheitstagen genannt wird, mit ihrem Vortrag zum Ende kommt, sind alle noch gefesselt. 60 Minuten lang haben alle Mädchen gebannt zugehört. Mit den Worten „Probiert euch aus und bleibt auf der Suche, bis ihr etwas findet, was euch wirklich erfüllt“ beendet sie ihren Vortrag.

Wir danken Johanna Stauffenberg für ihren kurzweiligen  und  interessanten Vortrag. Wir Schülerinnen haben dabei viele Impulse für unsere eigene Zeit in Kloster Wald mitnehmen können.

Georgina Reuss und Matilda Bendfeld

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg