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10.03.2021

Walder Schülerinnen beenden Handwerksausbildung

25 Mädchen erhalten Gesellenbrief

Es ist ein besonderer Moment für die jungen Damen. Nach vier Jahren der handwerklichen Ausbildung erhalten 25 Abiturientinnen des Gymnasiums Kloster Wald ihren Gesellenbrief. Neben dem Abitur dürfen sie sich nun mit dem Titel Schreiner- oder Holzbildhauer-Gesellin schmücken.

Es ist ein besonderer Moment in vielerlei Hinsicht. Viele Schülerinnen entscheiden sich für die Schule Kloster Wald wegen der handwerklichen Ausbildung, die hier ab der 9. Klasse angeboten wird. Sie können wählen, ob sie sich zur Schreinerin, Holzbildhauerin oder Maßschneiderin ausbilden lassen.

In den ersten drei Jahren der Lehre verbringen die Schülerinnen einen Nachmittag pro Woche in den Werkstätten. Nach dem bestandenen Abitur sind die jungen Damen ganztägig für weitere 7 Monate in den Werkstätten. In dieser Zeit werden die Auszubildenden intensiv in Theorie und Praxis auf die Gesellenprüfung vorbereitet.

Diese endet mit der Lossprechungsfeier, die üblicherweise in großem Rahmen gefeiert wird. Eltern und Geschwister sind da, alle Meisterinnen und Meister kommen zum Gratulieren. Nicht so in diesem Jahr.

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie mussten die Feierlichkeiten virtuell stattfinden. Glücklicherweise, so betonte Werkstattleiterin Diana Kempf, konnten die Prüfungen überhaupt durchgeführt werden. Mit Ausnahmegenehmigung und strengsten Hygienemaßnahmen war es den Gesellinnen erlaubt gewesen, seit 11. Januar bereits in Präsenz die Endphase der Ausbildung zu absolvieren.

Die Grußworte von Harald Herrmann, dem Präsidenten der Handwerkskammer Reutlingen, konnten so nur online an die daheim gebliebenen Gäste der Veranstaltung übermittelt werden. Er betonte die hohe Bedeutung, die dem Handwerk bei aller Digitalisierung weiterhin zukomme.

Die „Junggesellinnen“, die in der Feier losgesprochen wurden, hätten hohe theoretische und fachliche Kompetenzen erworben, die in vielerlei Hinsicht im späteren Leben bedeutsam seien. Flexibilität, Ausdauer und Disziplin hätten die Lehrlinge unter Beweis gestellt, Eigenverantwortung und Toleranz gelernt sowie erfahren, dass zum Erreichen eines Ziels bisweilen auch körperliche Anstrengungen gehören.

Sichtlich stolz auf die ehemaligen Schülerinnen war Schulleiter Hartwig Hils in seiner kurzen Ansprache. Er verwies auf die widrigen Umstände der Endphase der Ausbildung und den Zugewinn, den die handwerkliche Ausbildung für die Schule bedeute.

Zuletzt kamen die Schülerinnen selbst zu Wort. In Videos und Kurzpräsentationen stellten sie ihre Werkstücke dem virtuellen Publikum vor. Die Werkstücke der fünf Holzbildhauerinnen überzeugten mit Witz und Tiefgang, während die Schreinerinnen vor allem praktisch angelegt waren.

Neben „Klassikern“ wie Schreibtischen und Sideboards oder Kommoden fiel in diesem Jahr die hohe Zahl an Couchtischen und Bar-Variationen auf – allesamt Möbel, die Geselligkeit und Zusammensein fördern. So wird auch hier die Sehnsucht nach anderen Zeiten deutlich.

Christian Mehrmann

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