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01.01.2020

Rosenkohlpralinen und eine rauchfreie Zukunft

Nikolaus und Knecht Ruprecht im Internat 

Am Nikolausabend ist es im Internat Zeit, die Bilanz des letzten Jahres zu ziehen. Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen auf einen Besuch vorbei, um Wohlverhalten zu belohnen und Fehl mit der Rute zu bestrafen.

Auch in diesem Jahr waren sie an Gelegenheiten nicht arm, die Anwesenden zu schelten und zu loben. War nicht die Rede von Klopf-Codes, um nach Anbruch der Schlafenszeit das Kommunikationsverbot zu umgehen, von versteckten Weinflaschen auf Männertoiletten, von Schlepplift-Partien auf geliehenen Mensa-Tabletts? Oder von abgeschossenen Deckenlampen und den „Walder Agenten“, die im Schulhaus ihr Unwesen trieben?

Die Nacht jedenfalls scheint im Internat die Fantasie anzuregen. So einiges muss sich da hinter den Türen des Internats abspielen. Und bloß gut, dass weder Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrer, externe Mitschülerinnen oder gar die Eltern alles mitbekommen, was da läuft. Hauptsache, und das soll deutlich noch einmal betont werden, niemand kommt zu Schaden.

Wo Ungemach, da auch Hoffnung. Denn ohne die Tatkraft und Kreativität vieler Internatsschülerinnen wäre das Leben im Kloster wahrscheinlich dröge und langweilig. Der Nikolaus durfte zahlreiche Belobigungen verteilen, zum Beispiel an die Internatssprecherinnen, die Ministrantinnen, die Musikerinnen oder die Verantwortlichen für den Spielkeller.

Und so einiges an Witzigem und Kreativem zu erfahren gab es auch: Von Wetten auf eine rauchfreie Zukunft wurde beispielsweise berichtet, von Wasserattacken auf rauchende Gäste aus St. Blasien, von Rosenkohlpralinen und hohen Pizzarechnungen, vom Handy-Rap und Fake-Telefonen.

Genauer möchte man an dieser Stelle nicht werden. Auch Nikolaus und Knecht Ruprecht erfahren nicht alles, was sich im Internat abspielt. Wahrscheinlich ist das gut so. Guten Gewissens konnten sie am Abend das Kloster wieder verlassen, wissend, dass im Internat freche und witzige Mädchen wohnen, faule wie fleißige, engagierte und zurückhaltende – wie überall anders auch. Nur leben sie in Wald eben immer zusammen und bilden eine Gemeinschaft, die als solche ganz besonders ist.

Einen Dank übergaben Nikolaus und Knecht Ruprecht auch an die Internatsleiterin Frau Schmid, der sie ein glückliches Händchen und gutes Gelingen wünschten. Ohne die Erzieherin Frau Meyer, die den beiden Boten sozusagen als „Ghostwriterin“ zur Hand ging, wäre der Besuch kurz und gewöhnlich ausgefallen. An sie sowie die anderen Erzieherinnen, die sich täglich um die Belange der Mädchen, ihre gute Entwicklung, ihre Sorgen und Nöte kümmern, soll an dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen werden.

Christian Mehrmann

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