Außenansicht mit See – Kloster Wald – Gymnasium – Intenat – Lehrwerkstätten
Menü
19.11.2019

„Das Wichtigste ist, dass es einem gut geht.“

Vortrag der Urwälderin Katharina Peetz

Ein Leben als Opernsängerin ist keines von Ruhe und Beständigkeit. Ganz im Gegenteil: ein Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Erlebnis, eine Farce, ein Abenteuer, eine Achterbahn. Kurz: ein völlig außergewöhnliches Etwas.

Im Rahmen der Gesprächsreihe „Über uns, Gott und die Welt“ war am Freitag, den 15. November, die Mezzosopranistin Katharina Peetz in Wald zu Gast. Peetz hat im Jahr 1990 ihr Abitur gemacht und arbeitet als international gefeierte Sängerin, nach mehreren Zwischenstationen, nun wieder am Opernhaus Zürich.

Mit viel Witz, Charme und Kreativität nahm sie die Besucherinnen und Besucher im Konventsaal des Klosters mit auf einen kurzweiligen Streifzug durch ihr Leben: das Abitur in Wald, die Begegnungen in den alten Gemäuern, die Förderung durch Lehrkräfte und Schwestern. Peetz berichtete von ihrer Schneiderlehre und davon, wie sehr sie danach noch von der Walder Zeit profitieren konnte, den lebenslangen Freundschaften, die sie hier schließen konnte, gar von Wald als „dem Fundament“ ihrer Persönlichkeit.

Man erfuhr von Peetz’ Gesangsausbildung bei Thomas Quasthoff, den ersten Engagements während des Studiums, dem Leben als renommierte Opernsängerin. Neben den schillernden Höhen berichtete sie über die Tiefen, die Unstetigkeit, der Schwierigkeit, eine Partnerschaft in den Opernalltag zu integrieren, von einem ganz ungewöhnlichen und ganz besonderen Berufsleben also.

Auch worauf es besonders ankommt, sollte nicht unbenannt bleiben. Die Mädchen sollen immer darauf achten, dass es ihnen gut geht. Egal, wie viel Stress das Leben bereithält: „schaut dahin, wo’s gut ist.“ Immer das Positive finden und hervorheben, so überstünde man auch schwere Zeiten.

In den knapp zwei Stunden des Vortrags bekamen die Mädchen viel geboten: Nicht nur einen umfassenden Einblick in ein Künstlerinnenleben und wertvolle Hinweise, sondern auch eine Live-Probe vom Können der Sängerin, die einen Abschnitt der Mignon aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre darbot. Außerdem zeigte und kommentierte sie Videos und Fotos von vergangenen Vorstellungen. Fragen nach dem Umgang mit fremden Emotionen, Übungsroutinen, Lieblingsrollen und dem Leben an der Oper beantwortete sie ausführlich und anschaulich.

Wer nach diesem Abend nicht weiß, wie das Leben einer Opernsängerin aussieht, der wird es wohl nie erfahren. Vorhang ab.

Christian Mehrmann

zurück
Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg