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18.11.2019

Auf der Suche nach dem heiligen Dschungelflamingo

Impro-Show der Literatur und Theater-Kurse der Klasse 12

Was kann eine Metallkanne alles sein, außer einer Metallkanne? Ein Fußball natürlich. Ein Ehering – warum nicht? Ein Baby? Auch das funktioniert, wenn es gut gespielt wird. So einiges ist da möglich beim Improtheater.

Am Samstag fand an der Heimschule Kloster Wald ein kreativer und heiterer Abend mit improvisierten und spontanen Szenen statt. Roberto Hirche vom Improtheater Konstanz und die Schülerinnen der Literatur und Theater-Kurse von Eva Schroff und André Kiefer haben den Abend vorbereitet.

Improvisationstheater bedeutet, dass Szenen spontan auf der Bühne entstehen – ohne vorgefertigtes Skript mitsamt Regieanweisungen. Für die Schülerinnen ist es eine Art Lebensschule; „sich neuen, unbekannten Situationen stellen und diese intuitiv bewältigen", so erklärt es der Lehrer André Kiefer.

Neue und unbekannte Situationen sorgten an dem Abend für zahlreiche skurrile und heitere Momente. Im „Emotions-Replay" musste ein und dieselbe Szene in mehreren verschiedenen Stimmungen gespielt werden. Wir befanden uns des nachts, bei Vollmond, auf einer Lichtung im Wald. Wertvolles Silberbesteck war gerade erbeutet worden, Polizei und Förster erscheinen in der Szene und stellen Fragen. Wie bringt man nun tiefe Traurigkeit in die Szene, wie überschwelgende Freude?

Oder das Reklamationsspiel: Ein Bügeleisen funktionierte nicht und wurde zurückgebracht, doch lediglich das Publikum und die „Verkäuferin" kannten den Gegenstand. Zwei ahnungslose Spielerinnen mussten das Teil reklamieren und herausfinden, worum es sich handelte. Das ging noch. Schwieriger wurde der Billardtisch, der zweite Gegenstand. Er landete in der Badewanne und war „natürlich" mit Wasser vollgelaufen (hat schließlich Löcher, so ein Tisch), bevor er herausgefunden wurde.

Die Impro-Show im Kloster Wald fand zum vierten Mal statt. Vor dem Auftritt machte Roberto Hirche die Schülerinnen mit den zentralen Prinzipien des Improtheaters wie „Scheiter heiter!" vertraut und führte sie dabei an immer schwierigere Übungen heran. „Die Stimmung zwischen dem Profi und den Anfängerinnen stimmte sofort," betonte André Kiefer. Und für viele Mädchen war der Auftritt eine große Mutprobe. Wann muss man schon vor einer Gruppe fremder Menschen so richtig aus sich herausgehen, einfach Emotionen zeigen, lachen, weinen, kreischen, Hemmungen beiseitelegen, verrückte Gedanken haben?

Wie im Spiel „Professor Dreikopf" zum Beispiel: Drei Mädchen spielten einen Experten für die Frage, was zuerst da war – die Henne oder das Ei. Die Antwort war ein guter Kompromiss, denn man fand heraus: Zuerst war eine Vorform der Henne. Erst dann kam alles andere.

Im letzten Spiel machten sich die Mädchen mithilfe des Publikums auf die Suche nach dem heiligen Dschungelflamingo. Wiederum wechselten die Emotionen und ein Besucher half den Mädchen, indem er angefangene Sätze beendete.

So ward am Ende auch der Flamingo gefunden und hatten alle die Mutprobe bestanden. Als das Publikum die Mädchen mit tosendem Applaus von der Bühne verabschiedete, war die Freude allerseits groß. Auch die Metallkanne kam noch einmal ins Spiel, diesmal – ganz im Sinne des Abends – als improvisierte Spendendose, die hoffentlich gut gefüllt wurde. Damit auch nächstes Jahr am Kloster Wald wieder organisiert improvisiert und spontan inszeniert werden kann.

Christian Mehrmann

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