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10.02.2019

Startschuss zum „guten Unterricht“

Der Pädagogische Tag als Beginn der Schulentwicklung

Der Pädagogische Tag an der Heimschule Kloster Wald war dieses Mal ein Tag, an dem alle Lehrkräfte und MeisterInnen wieder zu Schülern wurden. Professor Diethelm Wahl von der PH Weingarten hat dem Kollegium einige teilweise erschreckende Folgerungen aus empirischen Studien vorgestellt, die im Gegensatz zu manchen Lehrtheorien direkt aus dem Schulalltag abgeleitet wurden. Hierbei musste die Lehrerschaft des Öfteren schlucken, weil es scheinbar hoffnungslos sei, nachhaltig zu unterrichten. Aber diese Bedenken wurden im Verlauf des Tages zerstreut.

Damit aus trägem Wissen Handlungskompetenzen würden, sei es ratsam, wenn sich Lehren und Lernen im Sinne eines Sandwich-Modells abwechseln würden, so Diethelm Wahl. Lehrerinputs seien wichtig, da die Lehrkräfte strukturiertes Wissen so den Schülerinnen weitergeben könnten, dass damit eine Wissensbasis geschaffen werde könne (z.B. in Form eines Advance Organizers), so dass die Schülerinnen neues Wissen daran anknüpfen könnten. Dadurch entstehe bei den Schülerinnen auch das Gefühl, den Anforderungen gewachsen zu sein.

Nach einer wichtigen, aber kurzen Lehrerinput-Phase müsse man den Schülerinnen die Gelegenheit geben, selbst aktiv zu werden, denn die so wichtige Handlungskompetenz könnten die Schülerinnen nur durch Handeln erlernen.

Dazu stellte Prof. Wahl exemplarisch einige effektive Methoden aus seinem neuen Buch vor, die das Kollegium auch sofort direkt in die Tat umsetzen durfte, um die Wirkung der Methoden aus Schülersicht zu erfahren. Anschließend wurden die Methoden jeweils kritisch unter die Lupe genommen. Zum Schluss nahm sich jede Lehrkraft vor, in den nächsten Wochen eine Methode in ihren Klassen auszuprobieren und sich in der nächsten Dienstbesprechung im März über die Erfahrungen mit der gewählten Methode auszutauschen.

Prof. Wahl machte in seinen Ausführungen deutlich, dass Unterrichtsentwicklung nicht bedeute, alles bisher Angewandte über Bord zu werfen. Ganz im Gegenteil, wenn man an allen Stellschrauben gleichzeitig drehe, komme im Normalfall kein besseres Ergebnis heraus, sondern eher Chaos. Er ermunterte jedoch alle KollegInnen, einfach mal an einer Stellschraube zu drehen und vielleicht festgefahrene Routinen zu überdenken bzw. eine neue Methode auszuprobieren. Diese Aufforderung ging an alle Lehrkräfte, ob mit jahrelanger Erfahrung oder direkt aus dem Referendariat kommend.

Bewusst war der Pädagogische Tag als Beginn eines kontinuierlichen Unterrichtsentwicklungsprozesses geplant, d.h. im kommenden Jahr soll das Begonnene weitergeführt werden. Die Hauptakteure sind dabei die Lehrkräfte, die auf der Grundlage des bisher Erreichten und ihrer reichhaltigen Erfahrungen ein Methodencurriculum speziell auf die Anforderungen der Heimschule Wald entwickeln werden.

Im Rahmen des Pädagogischen Tages konnte Schulleiter Hartwig Hils die neue Kollegin Yvonne Mennel im Kollegium mit einer Schultüte willkommen heißen. Auch Ingrid Langer wurde mit einer Schultüte und besten Wünsche begrüßt, da der Pädagogische Tag für sie der erste Tag als Stellvertretende Schulleiterin war.

 

Joachim Ott

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg