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31.12.2018

Eine Melodie der Hoffnung

Aufführung des Weihnachtsspiels

Es ist kalt im Dezember, Stille liegt über Judäa. Auf den Menschen lastet eine tiefe Traurigkeit, denn sie haben schwer zu tragen an dieser Zeit der römischen Besetzung und den Machtkämpfen unterhalb der Statthalter. Ohne Hoffnung auf Besserung geht das Jahr seinem Ende entgegen.

Mit dem Bild einer traurig-trostlosen Welt begann das diesjährige Weihnachtsspiel an der Heimschule Kloster Wald. Nur fünf Wochen waren seit dem Martinsspiel vergangen – und es ist bemerkenswert, was die Theater-AG der Unterstufe unter Sybille Becker und die Waldlerchen mit Susanne Pantel in dieser kurzen Zeit haben auf die Beine stellen können. Schließlich mussten Rollen gelernt, Kostüme gefunden, Lieder geprobt und das Stück wieder und wieder geübt werden.

Die Zuschauer goutierten die Bemühungen und erschienen zahlreich – Eltern, Geschwister, Klassenkameradinnen, Schwestern, Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrer. Denn es gab Wunderbares zu bestaunen. In dieser Zeit der Bedrückung sehnten sich die Menschen nach einem Zeichen von Gott, dass er sie nicht vergessen habe.

Und da war es: Ein kleines Liedchen zunächst, einige Noten auf der Flöte gespielt, ließen die Hoffnung wiedererwachen. Eine Melodie, von einfachen Händen kreiert, kann in dunklen Stunden Freude und Glück spenden. Sie sollte Größeres ankündigen.

Der Maria, Frau von Josef, aus dem Stamme Davids, der zur Volkszählung in seine Heimat Bethlehem unterwegs war, ward ein Sohn geboren. Es war der Sohn Gottes, der Messias. Das wusste Maria, da es ihr vorausgesagt wurde. Sie und Josef waren am Abend des 24. Dezember in einem Stall in Bethlehem untergekommen, denn alle übrigen Nachtquartiere waren bereits belegt gewesen. Dort hatte sie das Kind zur Welt gebracht.

Die Hirten, die sich in der Nähe des Stalls aufhielten, waren zunächst etwas schwer von Begriff. Sollte es wirklich wahr sein – das Kind, das in einem Stall geboren und einer Futterkrippe lag, das war der Sohn Gottes? Ja, so war es. Spätestens als die heiligen drei Könige sich der Bedeutung bewusst waren und das Jesuskind reich beschenkten, war der ganzen Welt klar: Das war das Zeichen, auf das alle gewartet hatten. Der Stern war aufgegangen. Eine neue Zeit der Hoffnung konnte beginnen.

„Lasst uns geh’n nach Bethlehem“, forderten die Waldlerchen auf, um uns dort vom Wunder der Weihnacht zu überzeugen. Lasst uns gehen nach Bethlehem und neben dem ganzen Stress um Weihnachtsgeschenke und letzte Besorgungen nicht vergessen, was wir an Weihnachten eigentlich Feiern. Es sind die kleinen Melodien, die uns daran erinnern.

Christian Mehrmann

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