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26.07.2020

Traumergebnis bei einem besonderen Abitur

„Out of the woods – aus dem Gröbsten raus“: das klingt nach Ende, nach Abschluss und fertig sein.

65 Mädchen des Gymnasiums der Internatsschule Kloster Wald hielten am Dienstag, den 21. Juli, ihr Abiturzeugnis in den Händen – endlich, kann man wohl sagen. Denn mit einigen Wochen Verzögerung haben damit alle zu den Abschlussprüfungen angetretenen Schülerinnen auch ihr Ziel erreicht. Gemeinsam können sie auf einen Durchschnitt von 2,18 stolz sein – ein Ergebnis, das angesichts der besonderen Umstände im Schuljahr 2019/20 bemerkenswert gut ist.

Denn die Corona-Pandemie drückt diesem Abitur einen unverkennbaren Stempel auf. Erst unterbrach der Lockdown ab März die heiße Phase der direkten Prüfungsvorbereitung, dann wurden die Prüfungen um einige Wochen verschoben. Wie die Zeugnisübergabe und das Ende des Schuljahres aussehen sollten, war lange Zeit unklar. Schließlich mussten die Schulabgängerinnen wegen der Auflagen auf zahlreiche feste Größen im Veranstaltungskalender wie Abiball und Abistreich verzichten.

Der Gottesdienst nach Beendigung der Abiturprüfungen konnte jedoch stattfinden. „Out of the woods – aus dem Gröbsten raus“: mit diesem Spruch nahm Pfarrer Gerhard Müller, wie in jedem Jahr, das Motto des Jahrgangs für seine Predigt auf. Es klingt nach Aufbruch, nach Neuanfang, nach der Suche nach dem Unbekannten, dem Vorhaben, nicht auf der Stelle stehenbleiben zu wollen.

Aber das Erfahrene lässt einen nur ungern los. Denn wann ist man eigentlich „aus dem Gröbsten raus“? Als Kleinkind, als Teenager, oder erst als junger Erwachsener? Immer wieder begegnen uns Situationen, in denen wir denken: das Schlimmste ist geschafft. Und immer wieder stellt sich die Frage, welche Rückbindungen – an die Familie, die Schule, die Freunde, die Hobbys – führen zu mehr Selbstständigkeit, und welche in die Abhängigkeit? So schlug Pfarrer Müller den Bogen zu König Salomon, der erst mit der Rückbindung an Gottes gute Weisungen von den Grausamkeiten abließ.

Die Botschaft des Gottesdienstes erreichte die Schülerinnen und ihre Familien in diesem Jahr auf besondere Weise. Denn, wie konnte es anders sein, wegen der Corona-Bestimmungen war es unmöglich, Schülerinnen und Eltern zusammen in der Kirche unterzubringen. Stattdessen wurde technisch aufgerüstet und der Gottesdienst in die nahe Sporthalle übertragen, wo die zahlreich erschienenen Gäste mit dem notwendigen Sicherheitsabstand sitzen konnten. Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen die Schülerinnen in der Sporthalle ihre Zeugnisse und Preise entgegen. Die Urwälderinnen-Abzeichen durften leider nicht, wie sonst üblich, direkt ans Revers gesteckt werden, sondern lagen den Zeugnissen bei.

Internatsleiterin Rita Schmid dankte in ihrer Rede den Internatseltern, dass sie ihre Töchter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Heimschule Kloster Wald zur Erziehung und Ausbildung anvertraut haben. Mit herzlichen Worten dankte sie zudem den ausscheidenden Elternvertreterinnen des Internats, Petra Vontz, Charlotte Jerusalem und Eleonore Jacobi-Wolter, für ihre unterstützende und engagierte Zusammenarbeit.

In seiner Ansprache hob Schulleiter Hartwig Hils hervor, dieser Abiturjahrgang 2020 – der „1. Corona-Abiturjahrgang“ –, sei bereits jetzt ein krisengeprüfter und erfolgreicher Jahrgang.

Die Abiturientinnen hätten für ihre Zukunft eine bunte Palette an Fähigkeiten erworben. „Manche Farben werden eintrocknen, andere sich mischen und neue entstehen. Traut euch euer ureigenes Bild zu. Originale sind das, was die Gesellschaft heute in Zeiten von Fakes und Scheinexistenzen braucht“, so Hils.

Ganz besonders dürfen sich Lisa Barlecaj und Marie Horn über den Schnitt von 1,0 freuen. Insgesamt 28 Mädchen kommen auf einen Notendurchschnitt bis 2,0. Acht Schülerinnen erhalten eine Auszeichnung für herausragende Leistungen. Der Sozialpreis der Schule ging an Lisa Barlecaj und Elena Kraft, die sich in besonderer Weise für ihre Klassenstufe eingesetzt haben.

Am Ende des Gottesdienstes dankten Camilla Harmer und Marie Vontz stellvertretend für die ganze Stufe der gesamten Internats- und Schulgemeinschaft für die jahrelange Unterstützung und Geduld auf dem Weg zum Abitur. Ein Großteil der Schülerinnen wird Wald jedoch auch nach dem bestandenen Abschluss nicht verlassen. Sie bleiben, um sich nun ganztägig auf ihre Handwerkslehre zu konzentrieren und diese – hoffentlich genauso erfolgreich – im nächsten Frühjahr mit dem Gesellenbrief zu beenden.

Christian Mehrmann

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