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19.07.2019

Fair is foul, and foul is fair

LuT-Kurs 12 präsentiert Shakespeares Macbeth

„Es ist nichts Ernstes“, versuchte Lady Macbeth, dann bereits Königin, sich selbst zu beruhigen. Aber doch, genau das war es: Etwas Ernstes. Denn ihr Mann, König Macbeth, hatte gerade einen Geist gesehen. Den von Banquo, seines einst treuen Gefährten, den der König hatte umbringen lassen aus Angst, er könnte seinen Thron gefährden. Denn rechtmäßig war der König nicht zu seiner Krone gekommen. Einer Prophezeiung dreier Hexen hatten Macbeth und seine Frau ein wenig nachgeholfen und den rechtmäßigen König Duncan kurzerhand umgebracht, um selbst Königspaar zu werden. Nun fraßen Schuld und Reue die Beiden schier auf. Wie sollte es nur weitergehen?

Vieles war also faul im Staate Schottlands. Und einfach war es ganz sicher nicht, den Shakespeare’schen Stoff auf die Bühne zu bringen. Ein ganzes Schuljahr investierten die Schülerinnen des Kurses Literatur und Theater der Klasse 12 unter Leitung von Susanne Pantel, um ein wenig Licht in die Verästelungen, Verwandtschaften und den schleichenden Wahnsinn des Stückes zu bringen.

Licht und Schatten, schwarz und weiß, foul and fair waren dann auch die Mittel, Gut und Böse voneinander zu scheiden. Die einfache und klare Farbgebung bestimmte das Bühnenbild. Die Guten waren zu erkennen an ihrer weißen Kleidung, die Bösen an ihrer schwarzen. Die Hauptpersonen waren doppelt besetzt, um den Wandel der Persönlichkeit im Verlauf des Stücks noch deutlicher zu machen. Einzig Lady Macbeth war von Anfang an schwarz gekleidet (Ist sie also schuld? Sie wollte nur ihrem Mann helfen!). Ihr Mann selbst war zunächst ein Weißer, wandelte sich mit den Königsmord jedoch langsam zu einer schwarzen Person (Er war der Täter! Oder doch nur Spielball einer Vorhersagung?).

Es war beeindruckend, wie Regie und Schülerinnen das Werk interpretierten. Leider war dies das letzte Theaterstück, das unter der Leitung von Susanne Pantel am Kloster Wald aufgeführt wurde. Sie verlässt die Schule zum Ende des Schuljahres. Entsprechend groß war der Dank und die Herzlichkeit, mit der die Regisseurin von ihrem Kurs verabschiedet wurde.

Am Ende des Stückes sammelt Malcolm, einer der Söhne des rechtmäßigen Königs, die Scherben ein und wird zum König von Schottland ernannt. So stirbt bei aller Tragödie eines bei Shakespeare sicher nicht: die Hoffnung auf einen guten Neuanfang.

Christian Mehrmann

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