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05.04.2019

Da sein, unterstützen, in Schutz nehmen

Leitungswechsel im Internat der Heimschule Kloster Wald

Es war ein Nachmittag voller Erinnerung und Symbolik. Nach fast zehn Jahren als Internatsleiterin der Heimschule Kloster Wald wurde Dorothea Mangold am 30. März 2019 in den Ruhestand verabschiedet. Damit geht in Wald eine Ära zu Ende.

Vertreter der Schulstiftung, Lioba-Schwestern, der Bürgermeister von Wald sowie die gesamte Schulgemeinschaft aus Lehrerinnen und Lehrern, Meisterinnen und Meistern, Erzieherinnen, Sekretärinnen, Reinigungs- und Küchenpersonal, Hausmeistern und – den allerwichtigsten – Schülerinnen mit ihren Eltern und Geschwistern waren gekommen, um einer allseits beliebten und anerkannten Persönlichkeit den Abschied so schwer wie möglich zu machen.

Schulleiter Hartwig Hils betonte die enge Verzahnung von Schule und Internat, die so wichtig ist für das Funktionieren des Schulkonzepts. Er hob Frau Mangolds Fähigkeit hervor, diese Verzahnung immer mit Fokus auf die Schülerinnen herzustellen, den Mädchen Orientierung zu geben, sie zu ermutigen, zu fordern und zu fördern.

Stiftungsdirektor Dietfried Scherer erinnerte an die Bedeutung des Internats für das Bestehen von Kloster Wald. Historisch gesehen bildet das Internat „Kern und Nukleus“ der Schule. Fast zehn Jahre hielt Dorothea Mangold die Fäden hier in der Hand – und sie war mit Herzblut dabei. „Ein Glücksfall“ war sie daher für die Schule, obwohl sie vor Wald keine Internatserfahrungen vorzuweisen hatte.

Gleichwohl lief – aus der Rückschau betrachtet – wohl fast alles in Dorothea Mangolds Biographie auf eine Tätigkeit in Wald zu. Geboren in Freiburg und Besitzerin mehrerer pädagogischer Bildungsabschlüsse, war sie in pädagogischen, betriebswirtschaftlichen, personalführenden und beratenden Bereichen innerhalb der Erzdiözese tätig. Unter anderem arbeitete sie gleich nach dem Studium in einem Jugendkeller bei Kehl, einer „verrauchten Räuberhöhle“, führte Dietfried Scherer aus und schlussfolgerte: Nach solchen Erfahrungen „kann einen ein Mädcheninternat auch nicht mehr schrecken.“

So lobte er Dorothea Mangolds Blick auf Möglichkeiten und Potenziale statt auf Einschränkungen und Grenzen. Gelassen und besonnen hätte sie ihren Beruf ausgeübt, eine an Klarheit und Transparenz orientierte Konfliktlöserin und Netzknüpferin sei sie immer gewesen. Dafür einen herzlichen Dank.

Die IMV-Sprecherinnen Aurelia Heihoff und Aurora von Korff dankten Frau Mangold besonders für ihren Einsatz im Frühjahr 2018, als sie sich kurzfristig als „Nachfolgerin ihrer Nachfolgerin“ erneut als Leiterin für das Internat zur Verfügung stellte. Petra Vontz, die Vorsitzende der Elternvertretung des Internats (EVI) betonte, Frau Mangold sei ein Geschenk für das Internat gewesen.

Zuletzt hob Judith Hermann für die MAV Frau Mangolds Kompetenz und Zuverlässigkeit hervor. Sie habe immer das „Ohr an der Basis“ gehabt, damit sich die Mädchen daheim fühlen konnten im Internat. Ihr Engagement für die Modernisierung des Hauses, internationale Schülerinnen, den Kontakt zu Urwälderinnen, zur Pflege des Betriebsklimas (Gründung des Mitarbeiterchors) und bei der Einarbeitung ihrer Nachfolgerin blieben unvergessen.

Dorothea Mangold selbst genügten wenige Worte, vor allem des Dankes und der Freude darüber, dass mit Rita Schmid eine kompetente Nachfolgerin gefunden wurde. Dieser gab sie mit auf den Weg, was sie selbst als die entscheidenden drei Punkte bei der Leitung des Internats ansieht: da sein, unterstützen, in Schutz nehmen.

Es war also auch ein Nachmittag des Neuanfangs. Dietfried Scherer übergab den Staffelstab und begrüßte Rita Schmid als neue Internatsleiterin. Schmid, die selbst Schülerin einer Internatsschule war, ist seit 2005 an der Internatsschule Schloss Hansenberg in Hessen als Sozialpädagogin tätig. Sie hat Sozialwesen an der Fachhochschule Wiesbaden studiert und kann Praxiserfahrung im psychiatrischen Dienst sowie in Beratung und Therapie vorweisen.

Rita Schmid begrüßte alle Anwesenden mit Auszügen aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“. Ihr sei es wichtig, dass sich die Mädchen im Internat geborgen fühlen, sicher, dass sie ein Zuhause haben. Die zahlreichen ersten Begegnungen in der Schule gaben ihr Mut und Zuversicht. Besonders angenehm und konstruktiv empfand sie die Zusammenarbeit mit Dorothea Mangold während der Übergabe. „Fast schade,“ so bilanzierte sie, „ein so gut funktionierendes Team gleich wieder aufzulösen“.

Umrahmt und musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Schulorchester unter der Leitung von Gudrun Hafner, dem Chor der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Leitung von Susanne Pantel sowie dem Mittel-/Oberstufenchor, dem Schulorchester und dem Bläserensemble unter der Leitung von Martin Herr. Getränke und Häppchen stellte das Küchenteam um Andrea Wolf zur Verfügung.

Christian Mehrmann

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg