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12.03.2019

„Lügen ist wie Verpackungsmüll“

Aschegottesdienst im Kloster Wald

„Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“. Dies ist das Motto der evangelischen Kirche zur Fastenzeit 2019. Es war auch das Thema des Aschegottesdienstes an der Heimschule Kloster Wald, der am Montag nach den Fasnachtsferien die Schulgemeinschaft wieder versammelte und auf die Zeit vor Ostern einstimmte.

Sieben Wochen ohne Lügen. 40 Tage, in denen man auf das Lügen gänzlich verzichten soll. Aber, was ist damit eigentlich gemeint – einer Lüge? Die Unwahrheit sagen? Ja, das ist Lügen. Es gibt aber Situationen, in denen Lügen angebracht ist. Beispielsweise, um andere Menschen nicht zu verletzen. Wenn der Kuchen der Oma nicht schmeckt oder das Outfit der besten Freundin so gar nicht gefallen mag. Gibt es also gute und schlechte Lügen?

„Lügen ist wie Verpackungsmüll“, meint Pfarrer Gerhard Müller dazu in seiner Predigt. Eigentlich braucht ihn niemand. Aber wenn er einmal in der Welt ist, wird man ihn so schnell nicht wieder los.

Pfarrer Gerhard Müller, der zusammen mit seinem katholischen Kollegen Pfarrer Dr. Winfrid Keller durch den Gottesdienst leitete, plädiert stattdessen für die Wahrheit. Denn: wie kann man Lügen vermeiden, ohne andere Menschen zu verletzen? Jede gut gemeinte Lüge bleibt am Ende genau das – eine Lüge. Mit unschönen Folgen.

Wohl doch, indem Wahrheit gesprochen wird, erinnert Pfarrer Müller. Die Person von der Aussage trennen, so kann es gehen. So, wie Gott es gemacht hat. „Er liebt den Sünder, doch er verachtet die Sünde“. Nicht die Lüge vermeiden, sondern die Wahrheit hervorheben. Ein JA zum Mitmenschen, das wird gebraucht. Dann muss niemand lügen, um andere nicht zu verletzen. Statt „Der Kuchen ist aber lecker“, wenn er gar nicht schmeckt, kann man sagen: „Ich liebe deine Backkünste. Aber dieser Kuchen ist dir nicht so gut gelungen.“ Das muss man erst einmal verdauen.

Beschlossen wurde der Gottesdienst mit einer „Stabübergabe“, einem Generationenwechsel. Die Mitglieder des Lateinerchors, der sich vor vier Jahren gegründet hat, machen in diesem Schuljahr Abitur und suchten Nachfolger. Die Klasse 6b von Lateinlehrer Ulrich Schneider fand sich, um die Tradition fortzuführen. Mit einigen Taizé-Liedern, begleiteten die Schülerinnen harmonisch sogleich das Empfangen des Aschekreuzes.

Zuletzt wies Ulrich Schneider in seiner Funktion als Schulseelsorger noch darauf hin, dass die Fastenzeit immer donnerstags in der großen Pause durch eine kurze Meditation begleitet wird.

Christian Mehrmann

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg