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23.06.2012

Ausstellung 800 Jahre Kloster Wald

Mit einer Feierstunde im Konventsaal wurde die Ausstellung zur 800-jährigen Geschichte des Klosters Wald eröffnet. Bis Ende Juli ist die Gründungsurkunde des Klosters im Original zu sehen – eine Leihgabe des Staatsarchivs Sigmaringen. Die Walder Pfarrgemeinde steuert ebenfalls exquisite Leihgaben bei: Durch Vermittlung von Pfarrer Maurer werden aus dem Kirchenschatz ein Messkelch und eine Messgarnitur von 1730 gezeigt.

Die wechselvolle Geschichte des Klosters wird anschaulich auf Tafeln dargestellt: Im Jahre 1212 gründete Burkhard von Weckenstein für seine beiden Schwestern ein Frauenkloster. Es wurde damit zum ältesten Zisterzienserinnen-Kloster in Baden-Württemberg. Sein lateinischer Name Silva benedicta wurde später einfach mit „Wald“ übersetzt. Erst 1806 wurde das Kloster aufgelöst und ging in den Besitz des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten Benediktinerinnen von der hl. Lioba das Kloster neu. Gleichzeitig gründeten sie 1946 die Heimschule, die innerhalb der Klostermauern angesiedelt ist.

Initiatorin dieser Ausstellung war Sr. Michaele Csordás, die langjährige Rektorin und Werkstättenleiterin der Heimschule. Die heutige Schulleiterin Anita Haas würdigte in ihrer Begrüßungsrede die Leistung Sr. Michaeles. Auch Dr. Volker Trugenberger vom Sigmaringer Staatsarchiv bewunderte die Ordensschwester als „treibende und koordinierende Kraft“. Trugenberger hatte im Sigmaringer Archiv über 1.000 Schriftstücke gesichtet, in denen die Geschichte des Klosters überliefert wird. Seine Zuhörer verblüffte er mit der Erklärung des Namens „Weckenstein“: In seinen Händen hielt er einen Wecken und einen rautenförmigen Stein. Damit zeigte er auf das Deckengemälde des Konventsaals, wo man genau diese Gegenstände im Wappen des Klostergründers erkennen konnte.

Erläuterungen zu der Ausstellung gab Dr. Andreas Neuburger vom Karlsruher Landesarchiv. „Das Reizvolle dieser Ausstellung“ sei die Tatsache, dass die Tafeln, Siegel, Aktenstücke und Urkunden genau an der Stelle stehen, auf die sie sich beziehen: im Kreuzgang des Klosters Wald. Sie dokumentieren die Baugeschichte, die Besitzungen des Klosters, den Streit mit Salem und die Lebenswelten der Ordensschwestern.

Die Oberin der heute in Wald lebenden Schwestern, Sr. Herrad Kientz OSB, dankte allen, die an diesem Projekt mitwirkten. „Wir sind Erben in einem traditionsreichen Haus. Wir haben wahrlich Grund, uns glücklich zu schätzen und dankbar zu sein.“

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg