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15.06.2013

"Daisy schafft es!"

Ist das wirklich an der Heimschule Kloster Wald passiert? Dies mochten sich die Zuschauer während der Aufführung von Denise Deegans Stück „Daisy schafft es!“ wiederholt fragen. Denn Lucia Käding, die Leiterin der Mittelstufen-Theatergruppe, hatte das Theaterstück umgeschrieben. Statt wie Deegan ein englisches Mädcheninternat zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu wählen, verlegt Käding die Handlung an die Heimschule Kloster Wald, was beispielsweise an dem großen Willkommenstransparent auf der Bühne deutlich wird. Unterschiedliche Typen von Schülerinnen gibt es hier wie dort – von den Sportbegeisterten über die Abenteuerlustigen zu den Anhängern vonKissenschlachten und Mitternachtspartys. Aber von der arroganten Verachtung, mit der Schülerinnen im Stück ihrer neuen Klassenkameradin Daisy begegnen, nur weil sie aus ärmlichen Verhältnissen stammt, möchte man sich entschieden distanzieren.

Daisy ist eine intelligente Schülerin, die als Stipendiatin an die Privatschule kommt. Die zickigen Mädchen Sybil und Monica lehnen sie ab und machen ihr das Leben schwer. Die Palette ihrer Mobbing-Taktiken reicht bis zu Verleumdungen, falschen Beschuldigungen und inszenierten Straftaten. Daisy bereut es bitter, an diese Schule gekommen zu sein. „Alles, was ich tue, ist falsch. Ich gehöre einfach nicht hierher.“, klagt sie entmutigt. Aber sie schafft es, allen Widersachern zum Trotz, akzeptiert zu werden, indem sie der Hockey-Mannschaft der Schule zum Sieg verhilft und ausgerechnet Monica das Leben rettet. Außerdem stellt sich am Ende heraus, dass der Gärtner in Daisys vermisster Vater ist. Der gefundene Schatz wird dazu verwendet, weiteren Mädchen aus bescheidenen Verhältnissen ein Stipendium zu ermöglichen.

Regisseurin Käding setzte in dieser Inszenierung wieder witzige Einfällen um: Die Mitglieder des Geheimbundes „Wilde Kerle“ tragen als Gesichtsmasken die Fotos bekannter junger Männer. Requisiten wie ein vorsintflutlicher Rollstuhl und Spiegelrahmen erweisen sich als echte Hingucker. Himmelblauer Kleider mit weißen Blusen dienen als aparte Schuluniform. Eine Schauspielerin im grünen Samtkostüm mit Fuchskragen spielt die Internatsleiterin Frau Mangold.

Dass die umfangreiche Titelrolle einige Texthänger mit sich brachte, ist verständlich. Unter den jungen Schauspielerinnen zeigten einige ein beachtliches Talent. Ihre Mimik bildete überzeugend Freude, Trauer, Scham und Bosheit ab.

Judith Hermann

Die Schauspielerinnen:

Victoria Sanabria (Daisy), Katarina Foldenauer (Trixie), Luisa Göler (Sybil), Isabelle von Stauffenberg (Monica), Helena Großmann (Claire), Leonie Beike (Alice), Patrizia Klob (Belinde), Lydia Großmann (Winni), Lena Neuhaus (Pricilla), Clara Göler (Dora), Elisabeth Schultz (Lulabell), Katharina Kitt (Frau Mangold), Emily Weber ( Mademoiselle), Martha Schultz (Frau Schroff), Aleksandra Stiers (Mr Sclobowski), Paulina von Elverfeldt (Daisys Mutter), Albertine von Tüngen (Mr Thompson)

Die Erzähler:

Inken Langenberger und Elena Knaus

Das Workteam:

Josphine Schulte (Souffleuse), Natascha Reddemann, Anna Göbes und Lou Hillebrandt

Gesamtleitung:

Lucia Kaeding

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