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12.09.2018

Ein wunderbarer Anfang – an einer coolen Schule

Eröffnungsgottesdienst an der Heimschule Kloster Wald

Awake everyone – Wachet alle auf! Die Worte Patti Smiths durchdringen das Kirchenschiff und begleiteten die von Dr. Winfrid Keller geleitete Messe zum Schuljahresbeginn an der Heimschule Kloster Wald.

Und es war ein wunderbarer Sommer, von dem wir da erwachen: Eine Zeit der Ruhe und Erholung, des Reisens und des Wachsens. Dafür wollen wir danken. Für manche aber, die von der außergewöhnlichen Dürre der Monate Juli und August betroffen waren, war es eine Zeit des Bangens und des Verlustes. Daran erinnerte Ulrich Schneider in seinen Begrüßungsworten.

The dawn has come – der Tag hat begonnen. So hat uns nun der Alltag wieder, wir wollen starten in das Schuljahr. Für manche das erste in Wald, für andere das letzte. Für alle ein neues.

Und wer alles dazugehört, das gerät vielleicht bisweilen in Vergessenheit. Was ist es denn, das verbindend zwischen einem Ordner, einem roten Kalender, einem Tagzeitenbuch, einem Werkzeugkasten, einer Schneiderbüste, einem Plüschpferd, einem Schneebesen, einem Buch und einem Wischmopp stehen soll?

Nur ein Schlüssel hilft, um sprichwörtlich zu „ent-schlüsseln", dass hier symbolisch sämtliche Arbeitsbereiche der Heimschule Kloster Wald zusammenfinden: Der Ordner steht für die Schülerinnen, der Werkzeugkasten für die Hausmeister, das Plüschpferd fürs Internat, der Schneebesen für die Küche, der rote Kalender für die Lehrerinnen und Lehrer, der Wischmopp für die Reinigungskräfte, das Tagzeitenbuch für die Schwestern, das Buch für die Bibliothek, die Schneiderbüste für die Lehrlinge. Alles begleitet von dem Ort, der Kirche, in der alle zusammenkommen und um Gottes Segen bitten.

Der Schlüssel zu allem, das verbindende Element, das liegt bei der Schulleitung. So passt es ganz gut, dass Hartwig Hils, der neue Schulleiter der Heimschule Kloster Wald, diesen Gegenstand als Symbol ausgesucht hat. Mit dem richtigen Schlüssel lassen sich nicht nur Türen öffnen, sondern im übertragenen Sinn auch Herzen, vor allem wenn Offenheit, Vertrauen und Humor mit hinzukommen. Für einige Schlösser muss man sich auf die Suche nach dem passenden Schlüssel machen. Für andere, das ist leider so, besitzt man den Schlüssel nicht. Vielleicht aber steht andernorts eine weitere Tür bereits offen.

Hier beginnt die Arbeit einer Schule: Zugänge finden. Um Wissen und Kompetenzen aufzubauen, Fähigkeiten und Fertigkeiten abzurufen und geduldig zu sein, wenn der Schlüssel nicht auf Anhieb passt. Das ist eines der Hauptanliegen von Hartwig Hils, der bis zum Ende des Schuljahres 2017/18 Leiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen war: Durchhaltevermögen, Motivation, Mut zu einer positiven Fehlerkultur. Wald, so erklärte er in seiner Rede, hat er mit seinem damaligen Leitungsteam besucht, weil er sich für die berufliche Ausbildung in Kombination mit dem Gymnasium interessierte. Und die Tuttlinger Gruppe lernte eine Schule mit einem überzeugenden ganzheitlichen Konzept kennen. Danach waren sich alle einig: „Das ist eine coole Schule", die Hartwig Hils nicht mehr losließ.

So war die Messe zum Schuljahresbeginn doch reichlich vollgepackt mit Symbolischem und Bedeutsamem. Aber auch mit Informativem. Vier neue Lehrkräfte bereichern das Kollegium und wurden der Gemeinschaft unter Beifall vorgestellt: Anna Hübschle mit den Fächern Sport und Französisch, Jasmin Schick mit den Fächern Sport, Erdkunde, Seminarkurs und NWT, und Melanie Köhler, die Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde unterrichtet, sowie André Kiefer mit den Fächern Deutsch, Geschichte und Literatur und Theater. Das Team der Küche wird verstärkt durch die Auszubildende Lisa Krotz. Im Internat beschäftigt sind neu die Erzieherinnen Sophie Genth und Silke Walz sowie Julitta Büschel, die eine Ausbildung zur Jugend- und Heimerzieherin macht. Ulrich Schneider ergänzt als neuer Schulseelsorger das geistliche Fürsorgeangebot der Schule. Mirjam Veeser löst Ingrid Langer in ihrer Funktion als Verbindungslehrerin zur SMV ab, während Letztere ab dem zweiten Halbjahr Anne Burger als stellvertretender Schulleiterin nachfolgt. Zu guter Letzt als neu im Amt stellte sich auch Michael Jung vor, der als Pfarrer der Gemeinde Ostrach-Wald nun für die evangelischen Mädchen in Wald zuständig ist.

So sehr wir uns über Neuzugänge freuen, so traurig sind wir darüber, dass Schwester Itta den Konvent in Wald aus gesundheitlichen Gründen verlassen hat und nach Freiburg-Günterstal ins Mutterhaus der Lioba-Schwestern gezogen ist.

Walls will crumble, we arise / To work as one, abide, provide - Mauern werden einstürzen, wir uns erheben / Um als Einheit zu arbeiten, zu gehorchen, zu versorgen. Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft sind es, die in Wald eine positive Lernumgebung schaffen sollen. Wenn dies gelingt, kann Lernen stattfinden. Bis dahin hilft es sicherlich, den Text der Schriftlesung (Lk 17, 7-10) ein wenig lockerer zu nehmen: Lasst uns alle erst einmal unseren Job erledigen.

Auf ein gutes Schuljahr 2018/19!

Christian Mehrmann
Auszüge aus dem Lied „These Are The Words" von Patti Smith

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg