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15.06.2018

Die Welle

Ein Versuch, der zu weit geht.

Nach dem Roman von Morton Rhue.

Mit der Aufführung der Bühnenversion des Romans „Die Welle" zeigten die Schülerinnen des diesjährigen Kurses „Literatur und Theater" der Kursstufe 2, was sie in den letzten beiden Schuljahren zum Thema Schauspiel gelernt haben. Dass dies eine Menge war und sie sich schauspielerisch enorm entwickelt haben, zeigten sie am Freitag, 15.06.2018. Die Aufführung, die in der Turnhalle stattfand, stellte die fachpraktische Klausur in diesem Kurs dar.

Auch wenn manchem Zuschauer die Kinoversionen des Stoffes bekannt waren, konnten die Schülerinnen das Publikum mit ihrem Spiel, ihren originellen Umsetzungsideen und ihrer überzeugenden Darbietung begeistern.

Zum Inhalt:

Der Geschichtslehrer Ben Ross behandelt in seiner Klasse das Thema Nationalsozialismus. Weil seine Schüler und Schülerinnen nicht verstehen können, warum sich im nationalsozialistischen Deutschland so wenig Widerstand gegen das Hitlerregime und dessen Gräuel geregt hat, möchte er ihnen eine Lektion erteilen.

Er ruft die Bewegung „Die Welle" ins Leben, in der nicht das Individuum zählt, sondern ausschließich die Gemeinschaft. Mit den Schlagworten „Stärke durch Disziplin, Stärke durch Gemeinschaft, Stärke durch Aktion" und gemeinschaftsstiftende Symbolen bringt er seine Schüler sehr schnell dazu, sich dieser Bewegung anzuschließen. Er selbst inszeniert sich als Diktator, und die Mitglieder der „Welle" werden gleichgeschaltet. Kritiker werden mundtot gemacht und Außenseiter verfolgt. Eine glänzende Idee der Regisseurin war es, die Gleichschaltung durch weiße Masken zu symbolisieren, die von immer mehr Schauspielerinnen getragen wurden und die den Eindruck einer einheitlichen „Masse" vermittelten.

Erst als sich das Experiment zu verselbstständigen droht, löst Ben Ross den Spuk auf und entlarvt den Mechanismus, der hinter faschistischen Systemen steckt.
„Ihr wäret gute Nazis geworden" und „Faschismus steckt in jedem von uns" – Diese Lektion lernen nicht nur die Schüler von Ben Ross, sondern auch die Zuschauer, die sich am Ende der Vorstellung plötzlich inmitten einer Vollversammlung sahen, in der „Die Welle" aufgelöst wurde.

Barbara Müller hob als Vertreterin der Schulleitung die lange Theatertradition an der Heimschule Kloster Wald hervor und freute sich, dass die Schülerinnen mit ihrer Theaterlehrerin Susanne Pantel diese Tradition weiterführen und modernisieren.
Sie sprach ein großes Lob an alle aus, die zu der gelungenen Inszenierung beigetragen haben.

Besetzung:

Ben Ross: Tatiana Laudien
Christy Ross: Hannah Fanslau
Direktor Owens: Luisa Egloff
Laurie Saunders: Laetizia Toursarkissian
Amy Smith: Nina Negrassus
Robert Billings: Marie Baiker
Brian Ammon: Armgard Jerusalem
Brad Marlowe: Fabienne Straub
David Collins: Olga Tyskiewicz
Janet Baker: Marie Beck
Alex Cooper: Ariane Heck

Ton, Licht, Regie: Susanne Pantel

Margaretha Bucher-Schneider

Zum Südkurier-Artikel

 

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