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13.04.2018

Mut, Durchhaltevermögen und Gelassenheit

Prof. Dr. Babette Simon zu Gast in der Reihe „Gespräche im Kloster - über uns, Gott und die Welt"

Die in der Überschrift genannten drei Prinzipien hat Frau Prof. Dr. Simon ihren jungen Zuhörerinnen bei ihrem Vortrag am 13. April 2018 im Konventsaal der Heimschule Kloster Wald ganz besonders ans Herz gelegt. Mut, Dinge und Situationen, die das Leben bringt, tatkräftig anzupacken und Mut, Entscheidungen zu treffen. Das, was man angefangen hat, auch zu Ende zu bringen. Und - wenn dann etwas einmal doch nicht klappen sollte - die Gelassenheit, damit umzugehen und wieder neu zu beginnen.

Frau Prof. Dr. Simon ist Urwälderin und hat den Schülerinnen des Internats ihren Werdegang vorgestellt. In Wald habe sie eine ganz hervorragende Ausbildung genossen, die ihr einen sehr stabilen Grundstock für ihre persönliche Entwicklung und ihre berufliche Karriere vermittelt habe. Sie habe eine moralische Richtschnur erhalten, die für sie bis heute Bestand habe.

Nach dem Medizinstudium und der Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg folgte ein Forschungsaufenthalt in den USA. Dort wurde auch das erste ihrer drei Kinder geboren. „Das war mein großes Glück": zum einen, einen gesunden Sohn zur Welt bringen zu dürfen, zum anderen, dass dies in Amerika geschehen sei, „da das amerikanische System die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr unterstützte, das war damals in Deutschland noch ganz anders". So war es für sie auch bei den beiden nächsten Kindern zwar nicht einfach, aber selbstverständlich, die beruflichen Herausforderungen und die familiären Aufgaben zu verbinden. Im Zweifel aber – so hat sie den Mädchen gestanden – hätte sie sich für die Familie entschieden, wenn es denn gar nicht anders möglich gewesen wäre. Dass es möglich war, hängt auch mit der Unterstützung und der Akzeptanz durch ihren Mann zusammen, mit dem sie seit 35 Jahren verheiratet ist.

Nach der fachpraktischen Ausbildung und der Zeit als Assistenz- und Fachärztin folgte die Habilitation an der Philipps-Universität in Marburg. Sie wurde außerplanmäßige Professorin und später Präsidentin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – als erste Frau. Diese Aufgabe habe es ihr ermöglicht, die Aufnahmekriterien für die Zulassung zum Medizin-studium mitzugestalten. Nicht nur der Numerus Clausus, sondern Aufnahmetests und Interviews sollen dazu beitragen, die Eignung eines Bewerbers/einer Bewerberin für das Fach Medizin festzustellen. So gehöre für sie die Liebe zu den Menschen als eine Grundvoraussetzung dazu: „Man kann diesen Beruf nur gut machen, wenn man die Menschen einfach liebt."

Für Prof. Dr. Simon folgten weitere große Schritte in ihrer beruflichen Karriere: sie wurde als erste Frau zur Vorstandsvorsitzenden und zum Medizinischen Vorstand eines deutschen Universitätsklinikums (Mainz) ernannt und ist heute Geschäftsführerin Deutschland und Regional Vice President einer führenden internationalen medizintechnischen Firma.

Dass bei diesem beruflichen Werdegang, zu dem viele weitere Aufgaben in Haupt- und Ehrenamt, in Forschung und Lehre hinzukommen, Mut und Durchhaltevermögen unerläss-lich sind, scheint selbstredend. Für Frau Prof. Dr. Simon ist es aber die Dankbarkeit, die am Ende ein zufriedenes und erfülltes Leben ermöglicht. Dankbarkeit für alles, was einem geschenkt wird, und Dankbarkeit für alles, was man erreichen kann.


Dorothea Mangold

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg