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03.03.2018

Besuch aus Indien

im Rahmen der MISEREOR-Fastenaktion 2018.

Anlässlich der diesjährigen MISEREOR-Fastenaktion, bei der die Hilfsprojekte in Indien im Fokus standen, besuchte Dhanajay Kumar unsere Schule. Er ist Sozialarbeiter beim JKGCS-Projekt, einer Vereinigung für Wohlfahrt und ländliche Entwicklung in Patna, der Hauptstadt des ostindischen Bundesstaates Bihar.

Diese Organisation, Partner von MISEREOR, wurde von Schwester Dorothy Fernandes gegründet, um denjenigen eine Stimme zu geben, die einen Großteil der indischen Gesellschaft ausmachen, häufig jedoch vom Staat übergangen oder sogar schikaniert werden. Die Mitarbeiter dieses Projektes unterstützen Bauarbeiter, Straßenverkäufer, Obdachlose und Bewohnerinnen und Bewohner von Armenvierteln und bieten Hilfe an, wenn die Unternehmen den Mindestlohn nicht bezahlen, wenn Subventionen verweigert werden, Polizisten Bestechungsgeld fordern oder wenn eine Siedlung geräumt werden soll, um lukrative Bauprojekte zu realisieren.

Dank der Unterstützung von MISEREOR konnte Schwester Dorothy ihr Team auf 23 Voll- und Teilzeitangestellte vergrößern. Einer ihrer Angestellten ist Dhanajay Kumar. Er arbeitet seit elf Jahren im Team von Schwester Dorothy und vertritt die Straßenverkäufer vor Verwaltungsorganen und Regierungsstellen.

Sein Vortrag auf Hindi wurde übersetzt von der Dolmetscherin Jasminder Nagpal-Metzger und stieß bei den Schülerinnen auf großes Interesse. Sie stellten Fragen zum Alltag in Indien, wo es nicht selbstverständlich ist, dass Kinder zur Schule gehen, dass Mädchen einen Beruf erlernen oder dass Arbeiter ihren Lohn erhalten. 80 Prozent der Inder sind arm, viele Arbeiter und Verkäufer haben nicht einmal das Nötigste zum leben. Der Mindestlohn von umgerehnet 3,40 € am Tag wird häufig nicht bezahlt.

Bestehende Gesetze werden oft nicht eingehalten, die Probleme der Armen vom Staat ignoriert. Um die Armut zu bekämpfen und für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, riskieren die Mitarbeiter des JKGCS-Projekts auch Konflikte mit der Staatsgewalt: Bei Demonstrationen gegen Behördenwillkür und Korruption wurde Dhanajay Kumar schon mehrmals festgenommen. Mut und hohe Motivation gehören zur Sozialarbeit in Indien dazu.

Die Organisation bietet Kindern in Lerngruppen Schulunterricht und eine warme Mahlzeit an, weil die staatlichen Schulen oft zu weit weg sind. Junge Frauen können eine Ausbildung zur Schneiderin oder Kosmetikerin machen, damit sie selbstständiger und selbstbewusster werden und der Armut entfliehen können.

Das Team um Schwester Dorothy wird inzwischen schon von anderen Armenvierten eingeladen und erweitert ständig sein Netzwerk. Die erfolgreiche Arbeit der Vereinigung trägt Früchte. Dhanajay Kumar, selbst Hindu, sagte, er habe in der Sozialarbeit seine wahre Berufung gefunden.

Margaretha Bucher-Schneider

 

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg