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06.12.2017

Der Nikolaus war da!

Wer kennt es nicht aus seiner Kindheit? Das gemischte Gefühl von freudiger Erwartung, weil bald der Nikolaus zu Besuch kommen wird, und schlechtem Gewissen, weil man selbst in jungen Jahren über genügend Eigen-Erkenntnis verfügt, um sich einzugestehen, dass man im Lauf des Jahres vielleicht doch nicht so wirklich „artig" war und eventuell etwas „ausgefressen" hat, was dem Nikolaus neben gütigen Worten auch den einen oder anderen kritischen Kommentar entlocken könnte, oder gar für Knecht Ruprecht Anlass bieten könnte, die gefürchtete Rute zu schwingen.

Bei uns in der Heimschule Kloster Wald sind solche „gemischten Gefühle" jedoch völlig unnötig, denn wie wir bei der diesjährigen Nikolausfeier hörten, gehen der Nikolaus und besonders auch Knecht Ruprecht „mit der Zeit", passen sich der „modernen Pädagogik" an und schwören auf „Kommunikation" anstatt auf Rutenhiebe.

So wurde den Mädchen vom Nikolaus und von Knecht Ruprecht zum Beispiel liebevoll erklärt,

  • warum es unvernünftig ist, am späten Abend auf einer Matratze vom 4. Stockwerk bis zum Erdgeschoss wie im Hochgebirge auf einem Schlitten durch das Treppenhaus zu rutschen,
  • dass es unklug sein kann, sich als ungeladener Gast in die Faschingsparty eines anderen, nahe gelegenen Internates einzuschleichen, da man damit riskiert, von einem rosa-farbenen Kaninchen aufgegriffen und auf ziemlich empathie-lose Art und Weise „an die Luft" gesetzt zu werden,
  • und weshalb einem die eine oder andere „unheimliche" Begegnung blühen kann, wenn man „heimlich" den geheimnisumwobenen, bisher unerforschten Dachboden eines alt-ehrwürdigen Klostergebäudes erkundet.

Doch wie immer dem auch sei. Selbst wenn der Nikolaus und Knecht Ruprecht nicht auf dem Pfad der pädagogischen Kommunikation gewandelt wären, wäre Knecht Ruprechts Rute bei der Nikolaus-Feier kaum zum Einsatz gekommen. Denn bei all den artigen, klugen und umsichtigen Mädchen hier im Internat gibt es natürlich viel mehr zu loben als zu tadeln:

  • sei es das Engagement zahlreicher Mädchen für die Internatsgemeinschaft ganz allgemein
  • oder das Organisieren vom Schülerladen
  • oder von Spielkeller-Partys
  • oder die musikalische Begleitung von Gottesdiensten.


Und was würden der Nikolaus und Knecht Ruprecht jetzt sagen, wenn man sie fragen würde, was sie ganz persönlich zur diesjährigen Nikolausfeier anzumerken haben? Sie würden bestimmt sagen, dass während dieser Feier eine außerordentlich harmonische, fast schon zauberhafte vorweihnachtliche Atmosphäre unter all den jungen Internatsbewohnerinnen zu spüren war.

Beatrix Mayer

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg