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11.10.2017

Thema: Ess-Störungen

Vortrag von Kera Rahel Cook


Am 11. Oktober fand ein Vortrag zum Thema Ess-Störungen mit dem Titel „Hungern war gestern - Warum Gesundheit so viel wichtiger als Schönheit ist" für die die 7. bis 10. Klassen statt.

In unserer heutigen medialen Welt dreht sich alles immer mehr um Aufmerksamkeit und Anerkennung, die wir von anderen, fremden Menschen erhoffen und bekommen wollen. Schönheit und Aussehen spielen dabei, vor allem für Mädchen und junge Frauen, eine zentrale Rolle. Schönheit bedeutet, einem ganz bestimmten Bild zu entsprechen – schön ist gleich schlank und dünn zu sein. Fernsehformate wie Germany's next Topmodel suggerieren den jungen Mädchen genau das und versprechen Aufmerksamkeit und Anerkennung. Nur zu welchem Preis, und wo bleiben da die inneren Werte.

Kera Rahel Cook war ehemalige Teilnehmerin bei Germany's next Top Model, lange Zeit als Model in der ganzen Welt unterwegs - und essgestört. Sie stellte sich den Schülerinnen ganz einfach als Kera vor und erzählte ihre Geschichte mit der Essstörung, wie es dazu kam, welche Gedanken und Gefühle sie hatte und wie ihre Erfahrungen mit dem Modelbusiness waren.

Mit ihrer offenen, lebhaften und authentischen Art erreichte Kera die Mädchen auf einer emotionalen und sehr persönlichen Ebene. Sie gab nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen weiter, sondern auch wichtige Informationen über die Essstörung, den Körper, Befragungsstatistiken zur Zufriedenheit bei Jugendlichen über sich selbst und Methoden wie Photoshop in der Medienwelt. Die Mädchen hörten Kera sehr aufmerksam und interessiert zu und wurden auch aktiv miteinbezogen in den Vortrag. In der Pause und auch nach dem Vortrag nahm sich Kera Zeit für die Mädchen, damit sie im persönlichen Kontakt Fragen stellen konnten.

Heute ist Kera eine selbstbewusste junge Frau, zufrieden mit sich selbst, und kann ihr Leben selbstbestimmt genießen. Sie engagiert sich als Referentin an Schulen für Präventionsarbeit zu Themen wie Essstörungen und Sexualität in den Medien. Ihr ist es wichtig, junge Mädchen über die Krankheit Essstörung, den Einfluss der Medien und das Model-Sein aufzuklären und ihre persönlichen Erfahrungen weiterzugeben.

Ihre Botschaft an die Mädchen: „Wenn wir zufrieden mit uns selbst sind, uns selbst akzeptieren und gut mit uns selbst umgehen, dann können wir auch andere akzeptieren und somit gut im Umgang miteinander sein."

Ein paar Eindrücke von den Schülerinnen selbst:

„Es war schön, dass sie so offen über ihre eigenen Erfahrungen gesprochen hat."

„Die Bilder, die sie uns gezeigt hat, haben mich sehr beeindruckt."

„Sie hat deutlich gemacht, dass viele Mädchen und Frauen gar keine Modelmaße haben können und dass es ungesund ist, so dünn zu sein."

„Der Vortrag war äußerst interessant und hat mich auch sehr angesprochen, da Schönheit bzw. gerade die Figur bei Mädchen in unserem Alter eine große Rolle spielen. Der Vortrag zeigte durch Keras offene Art und anschaulichen Berichte, zu was die Schönheitsideale gerade in den Medien führen können."

„Mir hat der Vortrag sehr gefallen. Kera Rahel Cook hat mir vor Augen geführt, wie enorm wir mehr auf unser Äußeres achten als auf unsere Gesundheit. Wie wir uns von Leuten sagen lassen, dass wir zu dick sind, obwohl wir unserem Bodymaßindex entsprechen. Außerdem fand ich es gut, so ein Thema von einer Betroffenen erklärt zu bekommen und nicht von jemandem ohne die Erfahrungen."

„... Sehr überraschend fand ich die Tatsache, dass Gr. 38 schon als Übergroße gilt. Auch, dass Bilder von Frauen aus Werbung etc., die wir als schön erachten und von denen wir denken, sie haben eine perfekte Figur, schon stark untergewichtig sind. Es ist erschreckend, dass Frauen, die eine völlig normale Figur und Gewicht haben, uns schon als molliger vorkommen."

„Der Vortrag war sehr lebhaft und sehr authentisch. Ich fand es sehr gut, dass es ihn gab, denn somit wurde eben allen Schülerinnen einmal vor Augen geführt, dass es eigentlich nicht nur aufs Aussehen ankommt. «Das Schönheitsideal dünn wird viel zu überbewertet» fand ich dabei ein wirklich wichtiges Argument. Auch dass die heutigen Medien und ihre Macht auf Jugendliche mit angesprochen wurde, fand ich sehr aufschlussreich und wichtig, denn somit wurde das ganze Thema „Model" in ein anderes Licht gerückt und somit wurde gezeigt, dass Normal ebenso schön ist. Es wurde gezeigt, dass es mehr auf den Charakter als auf das Aussehen ankommt und dass das wichtig ist!"

Die Schülerinnen wünschen sich, dass öfter dieses und andere „Tabu-Themen" angesprochen werden. Wir werden Kera auf jeden Fall wieder einladen.

Andrea Lichtenberger

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Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg