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17.03.2017

Plädoyer für Ingenieurinnen

Schülerinnen im Gespräch mit Petra Vontz

Das erste Auto – eine Isetta - bekam Petra Vontz geschenkt, allerdings in Einzelteile zerlegt und in Kisten verpackt. Sie wollte aber damit fahren und baute die Teile deshalb einfach zusammen. Danach folgten andere Modelle, und sie richtete – weil das so gut von der Hand ging –, mit einigen Kumpels kurzerhand eine Reparaturwerkstatt für VW-Käfer ein, im Nebenerwerb versteht sich. Denn damals absolvierte sie ihre Lehre als Elektrikerin bei den Stadtwerken Hamm. Anschließend arbeitete Petra Vontz bei den Stadtwerken als Elektrikerin und holte nebenher in der Abendschule das Abitur nach.

An dieser Stelle bot sich ein kleiner Schlenker zum staunenden Publikum an: „So gemütlich,  wie ihr hier in Wald das Abitur machen könnt, war das natürlich nicht, tagsüber Ampelanlagen und Stromkästen reparieren und dann abends Mathe büffeln!  Also genießt diese Zeit, nutzt sie aber auch."

Nach dem Abitur studierte Petra Vontz Maschinenbau an der Technischen Universität in Bielefeld und ging danach direkt zu Mannesmann nach Johannesburg/Südafrika. Dort baute sie große Hallenkräne zusammen, die für den Staudammbau und andere Großprojekte gebraucht werden, und dort lernte sie auch ihren Mann kennen.

Nach der Geburt der beiden Töchter und der anschließenden Erziehungsphase absolvierte Petra Vontz ein weiteres Studium der Wirtschaftswissenschaften und Energiewirtschaft. Heute arbeitet sie als Projektleiterin bei einem Schweizer Unternehmen in der Betreuung großer Förder- und Aufbereitungsanlagen.

Ihr eindringliches Plädoyer galt der Überwindung zu enger Denkmuster bezüglich weiblicher Berufe. Denn: „Wenn man Mathematik erst einmal praktisch anwenden kann, stellt sie auch kein so großes Problem mehr da, wie das in der Schule manchmal scheint. Man weiß dann, wofür man eine Differentialrechnung benötigt".

Und am Ende war allen Schülerinnen klar: es gibt kaum einen schöneren Beruf als Ingenieurin. Dieser Beruf bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten und sehr gute Zukunftsperspektiven – vor allem für junge Frauen.

Dorothea Mangold

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