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11.06.2016

„Chaos im Hause Tudor“

Eine Komödie nach Mark Twain, Bühnenfassung von Bernd Kolarik

Mit viel Spielfreude und großem Engagement führte die Theater-AG der Mittelstufe am Samstagabend die Komödie „Chaos im Hause Tudor“ in der Schulturnhalle auf.

Das Stück spielt zwischen Kehrichthof und Königshof, zwei Welten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, die sich aber auf unverhoffte Art näher sind, als man zunächst glaubt.

In der Rahmenhandlung taucht zu Beginn eine Truppe arbeitsloser Schauspieler auf, die von ihrem Theaterdirektor dazu verdonnert werden, an die Arbeit zu gehen. Die Schauspielerinnen schlüpfen in den nächsten zwei Stunden in verschiedene Rollen und präsentieren die beiden gegensätzlichen Welten. Nur zwei Clowns dürfen nicht mitspielen, unterhalten aber das Publikum zwischen den Szenen. Köstlich witzig gespielt von Mara Zeidler und Sophia Düker, begleiten sie das Geschehen mit ihren lustigen Auftritten.

Der Ort der Handlung ist London im 16. Jahrhundert: Die Welt der Bettler vom Kehrichthof, in der es rau und hart zugeht, und die künstliche Adelswelt am Hofe Heinrichs VIII. kommen abwechselnd auf die Doppelbühne.

Zwei Mädchen, eine Prinzessin und ein Bettlermädchen, tauschen aus Neugierde ihre Kleider und tauchen in die jeweils andere Welt ein. So wird aus Prinzessin Johanna das Bettlermädchen Ann und aus Ann wird die Prinzessin Johanna. Die lustige, aber stellenweise auch sehr ernste Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf.

Die Prinzessin lernt das Leben in Armut kennen, geprägt von Hunger und Gewalt, während das Bettlermädchen die Hofetikette kennenlernt und sich endlich einmal sattessen kann. Beide sehen sich so ähnlich, dass das jeweilige Umfeld zwar irritiert reagiert, die Verwechslung jedoch nicht wahrhaben möchte. Beide wollen ihre wahre Identität sofort aufklären, werden jedoch jeweils für „verrückt“ erklärt.

Natürlich fehlt nicht die Kritik am herrschenden System: "Regierungskunst ist also, die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen?" fragt das Bettlermädchen am Hof und erntet wissendes Schweigen bei ihren Beratern. Auch die Welt der Prinzessin gerät aus den Fugen, als sie das kriminelle Umfeld im Kehrichthof am eigenen Leib zu spüren bekommt.

Als der König stirbt, wendet sich das Blatt. Das Bettlermädchen im Prinzessinnenkleid soll Königin werden und die wahre Prinzessin kämpft um ihre tatsächliche Rolle. Beide werden aus ihrer der jeweiligen „falschen Welt“ erlöst, sind aber um einige Erkenntnisse reicher und wollen beide Welten ein bisschen besser machen. Die echte Königin Johanna erlässt gerechtere Gesetze, und Ann setzt ihre

Erfahrungen in einer Schule für Bettlerkinder um.

Mit diesem Stück forderte Sibylle Becker-Goeschel ihre Theater-AG nach intensivem Schauspieltraining zu eigenständiger Erarbeitung und Ausstattung heraus, was ihr hervorragend gelungen ist. Die Spielfreude und die Identifikation mit ihren Rollen war den Mädchen anzumerken, und das Publikum war begeistert.

Herzlichen Dank an alle für die schöne Aufführung!

 

Margaretha Bucher-Schneider

 

 

Es spielten in folgenden Rollen:

 

Sophia Düker: Pipi, die Clownin

Mara Zeidler: Popo, der Clown

Marie Vontz: Direktor und Lord St. John

Youdi Wang: Bühnenarbeiter Schedelmeyer und Teddy, Anns Bruder

Rebecca Rose: Ann, später vermeintliche Prinzessin

Charlotte Felsheim: John Candy, Anns Vater

Marie Baiker: Olly, Anns Bruder und Miles Hendon, Beschützer von Johanna

Lea Baiker: Jenni und Leibarzt

Anna Sauter: Nan, Bedienung Eliza und Kaplan

Laetitia Toursarkissian: Oliver, Lord Herford und Lucky

Katja Makaric: Pater Andrew

Josephine Lapp: Dame und Dicky

Sophia Telian: Herr und Fury

Clara Wolter: Lotty

Charlotte Meusel: König Heinrich VIII. und Bürger

Lisa Heidenreich: Prinzessin Johanna

Pauline Hoheisel: Lord Roland und Herold

Benigna Jerusalem: Lay Lizzy

Maja Ullrich: Lady Wether und Hauslehrer

Carolin Tönges: Bill Horse, Prügelknabe

Anna Ritzer: Wache

Marcellina Beck: Rose

Madeleine von Kölichen: Hermia

Klara Bechinger: Celi und Bauer

 

Technik und Requisite: Jolan Oomen-Welke, Giannina Wastl, Lina Brückner und viele Helferinnen

 

Regie: Sibylle Becker-Goeschel

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