Menü
28.06.2015

Südkurier KLASSE-Projekt: Kinderheim in Rumänien

Die Klasse 9 B von der Heimschule Kloster Wald hat an dem KLASSE-Projekt des SÜDKURIER teilgenommen und mehrere Artikel über die Arbeit von Sr. Itta van Berkum OSB geschrieben. Dazu kam Sr. Itta in die Klasse, um Informationen über das Kinderheim St. Nikolaus zu geben, das sie im rumänischen Peciu Nou gegründet hat.

Sie erzählte uns von ihren vielen Eindrücken und Erfahrungen. Bei ihrem ersten Aufenthalt in Rumänien habe sie auf ihrem Weg zum Gottesdienst völlig verwahrloste Säuglinge und Straßenkinder gesehen, in Unterführungen und Grünanlagen.

In den staatlichen Kinderheimen boten sich auch erschreckende Anblicke: Die Kinder waren oft zu 30 in kleinen Räumen zusammengepfercht. Es waren keine Spielzeuge vorhanden und die Kinder waren nur dürftig angezogen. Ihre Gesichter wirkten völlig teilnahmslos. Es herrschte eine unerträgliche Stille, die für Kinder in diesem Alter sehr ungewöhnlich war.

Angesichts dieses Elends wuchs in Sr. Itta der dringende Wunsch, zu helfen und ein Kinderheim aufzumachen. Mit großer finanzieller Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen und mit HiIfe des zuständigen Bischofs konnte 30 km von Temesvar entfernt, in dem Dorf Peciu Nou, das verlassene Pfarrhaus bezogen werden. Umbauten waren erforderlich, bevor das Kinderheim St. Nikolaus am 14. September 1994 eröffnet werden konnte. Zunächst kamen nur zwölf Kinder; später wurden es immer mehr.

Je länger Sr. Itta in dem Dorf wohnte, desto deutlicher nahm sie die Not der Kinder wahr. Viele Eltern konnten ihre Kinder nicht ausreichend ernähren. Ausreden der Eltern, warum ihre Kinder nicht in die Schule gehen konnten, waren, dass sie arbeiten und im Haushalt helfen mussten.

Im Laufe der Zeit reichte das ehemalige Pfarrhaus nicht mehr aus und man musste sich nach anderen Häusern umschauen. In den später erworbenen Häusern leben jeweils acht bis zehn Kinder.

Die Hauptzielgruppen des Heims sind verlassene Kinder; auch Geschwisterpaare werden aufgenommen. Die jüngsten Kinder sind zwei bis zweieinhalb Jahre alt.

Es gibt auch ein Tagesheim: Dort können die ärmsten Kinder des Dorfes essen, spielen und ihre Hausaufgaben machen. Wer ins Tagesheim will, muss auch die Schule besuchen. Auch alte bedürftige Menschen bekommen Hilfe und können in dem Tagesheim einmal am Tag etwas Warmes essen.

Der Wunsch Sr. Ittas ist es, dass die Kinder so lange bleiben, wie sie es brauchen. Sie verlassen das Kinderheim erst, wenn sie eine Stelle haben und somit eine sichere Zukunft.

Das Kinderheim ist eine Chance für alle, die sich eine bessere Zukunft erhoffen. Unsere Schule schickt jedes Jahr einen Teil des Adventsbasar-Erlöses an das Kinderheim in Peciu Nou.

Wir danken Sr. Itta für die spannenden und lehrreichen Informationen!

 

Luisa Egloff, Patricia Klob, Xin Yu Li (Klasse 9 A)

zurück
Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg