Menü
20.03.2015

Un jour de la mode!

Nachdem die Schreiner- und Bildhauergesellinnen schon im Februar verabschiedet worden waren, erhielten nun auch die diesjährigen Schneidergesellinnen ihren Gesellenbrief.
15 ehemalige Schülerinnen halten nun knapp 9 Monate nach dem Abitur ihre zweite Qualifikation, die sie in Wald erworben haben, in den Händen und können stolz auf und glücklich über ihre Leistung sein.

Schon im ersten Durchlauf der Modenschau am Freitag, 20.3.,  konnten sich die Besucher von der Vielfalt und der Kreativität überzeugen, die die Gesellinnen im wahrsten Sinne des Wortes  „zur Schau stellten“.

Bei der Lossprechungsfeier am Samstag, 21.3., hob die Leiterin der Lehrwerkstätten, Diana Kempf, den Wissensvorsprung hervor, den die Gesellinnen gegenüber anderen Abiturienten hätten. Das Handwerk vermittle Qualifikationen, die zählten und die beständig seien. Die handwerkliche Kompetenz sei vielseitig, interessant und anspruchsvoll. Sie zitierte den kürzlich in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Artikel über die Heimschule Kloster Wald, in dem von dem Vorschlag des Handwerkspräsidenten Peter Wollseifer berichtet wird, der ein „ Abitur plus Handwerk“ vorschlug. In Wald sei dies längst verwirklicht, auch wenn dem Fachkräftemangel im Handwerk dadurch nicht wirklich begegnet werden könne.     

In seinem Grußwort hob der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Rainer Neth, die erfolgreiche duale Ausbildung im Handwerk hervor. Sie bewahre vor der Jugendarbeitslosigkeit, die in vielen europäischen Ländern ein großes Problem darstelle.

Im Handwerk werde der zunehmende Akademisierungstrend der Jugend mit Skepsis betrachtet, da ein Volk nicht nur Dichter und Denker, sondern auch Handwerker brauche, so Neth. Umso erfreulicher sei es, dass der Deutsche Qualifikationsrahmen den Bachelor und den Handwerksmeister als gleichwertigen Abschluss betrachte.

Auch wenn die meisten Gesellinnen nun ein Studium aufnehmen werden, so hoffe er, dass sie ihre Ausbildung nicht vergessen werden. Mit dem humorvoll gemeinten Zitat „Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, trägt sie an der falschen Stelle“ ermutigte er die Gesellinnen, nie aufzuhören, gut zu sein. Er ermunterte sie dazu, eventuell doch dem Handwerk treu zu bleiben und den Meisterbrief anzustreben.

Lara Braun und Melanie Kröger dankten stellvertretend für alle Gesellinnen den Schneidermeisterinnen Frau Sagel-Ott, Frau Freeriks und Frau Briesemeister für den Theorie- und Praxisunterricht und auch für den Druck, den manche von ihnen in der letzten Phase der Ausbildung gebraucht hätten. Sie hätten eine veränderte Sichtweise auf Kleidung bekommen, könnten Stoffqualität und gute Verarbeitung auf den ersten Blick erkennen und seien dankbar für die zahlreichen Erfahrungen, die sie während ihrer Lehre gemacht hätten.

Die Feier im Jenner wurde musikalisch eingeleitet von Miriam Brändle, die, begleitet von Gabi Wiens am Klavier, die Arie „Vedrai carino“ aus Mozarts Oper „Don Giovanni“ sang. Miriam Frömel und Elena Spieß spielten das Stück „El Taco“ von Klaus Dapper auf dem Alt-Saxophon und, zusammen mit Dominique Berger auf der Bass-Klarinette, zum Abschluss ein Mozart-Stück aus den „Kegelduetten“.

In der anschließenden Modenschau unter dem Motto „UN JOUR DE LA MODE“ zeigten die Gesellinnen viele ihrer geschneiderten Kleidungsstücke, vom Schlafanzug über das Business-Kostüm und den Mantel bis hin zum festlichen Abendkleid (siehe Fotos). Moderiert wurde die Modenschau von Amelie Läufer und Maren Heck.

Den Gesellenbrief erhielten:

Jacqueline Becker

Michelle Becker

Dominique Berger

Miriam Brändle

Lara Braun

Luzia Ferenschild

Miriam Frömel

Isabell Gelder

Melanie Kröger

Sophia Nothhelfer

Anna-Christina Preg

Jeannette Rost

Caroline Schoch

Clarissa Selegrad

Elena Spieß

Preise wurden vergeben an Dominique Berger und Miriam Frömel. Ihre Gesellenstücke und die Gesellenstücke von Jeannette Rost und Elena Spieß werden zum Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks eingereicht.

 

Margaretha Bucher-Schneider

zurück
Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg