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08.11.2018

Von der Idee zur Innovation

mit der Urwälderin Dr. Andrea Quintel im Gespräch

Am Freitag, den 19.10.2018 war Dr. Andrea Quintel, promovierte Chemikerin und Physikerin, an der Heimschule Kloster Wald zu Gast. Sie hat den etwa achtzig Schülerinnen über ihren Werdegang nach der Zeit in Wald, wo sie 1988 ihr Abitur gemacht und 1989 ihre Schneiderlehre abgeschlossen hat, in sehr persönlicher Weise berichtet.

Nach dem Physikstudium im Konstanz führte sie ihr Weg an die Uni Bern, wo sie ihren Doktor in Chemie machte. Naturwissenschaften und vor allem die Phänomene dahinter bzw. deren Wirkungsweise haben sie von Kind an interessiert. So hat sie sich schon in der Werkstatt ihres Großvaters gefragt, wie eigentlich die Dampfmaschine, die da stand, funktioniert, wie Wärme in Energie oder eben Bewegung umgesetzt wird. Gute Lehrer an ihrem Heimatgymnasium und dann in Wald haben ihr Interesse an Mathe, Bio, Chemie und Physik verstärkt. „Mathematik wird dann interessant, wenn sie laufen lernt", was in der Physik und den anderen naturwissenschaftlichen Fächern der Fall ist. Physik sei überhaupt ein spannendes Studium und man könne es ganz ohne Numerus Clausus studieren, man sei dort gefragt – so der Tipp von Andrea Quintel an die aufmerksamen Zuhörerinnen.

Nach einigen spannenden beruflichen Stationen, unter anderem auch beim dem Nähmaschinenhersteller Bernina, bei dem ihr ihre Ausbildung zur Schneiderin sehr zu Gute kam, ist sie nun selbständig und verfolgt ihre Leidenschaft, eigene Ideen in eine Innovation umzusetzen, also ein Produkt zu entwickeln und es marktfähig zu machen.

Andrea Quintel hat auch nicht verschwiegen, dass der Anfang in Wald für sie nicht einfach war. Er war von Heimweh geprägt und von manchen unschönen Ausgrenzungsmechanismen unter den Mädchen. Erst als sie Klassensprecherin wurde, ist es ihr gelungen in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Netzwerke sind für sie bis heute ein wichtiges Instrument für die berufliche Entwicklung und das Vorwärtskommen. Mit Menschen in Kontakt zu sein, Fähigkeiten und Wissen zu teilen aber auch die menschliche Anteilnahme und Zuwendung sind aus ihrer Sicht unverzichtbar für ein gelingendes Leben – im beruflichen ebenso wie im privaten.

Dorothea Mangold

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